Das Urgestein im „Gseis“
Das Gesäuse in der Steiermark ist Österreichs absoluter Geheimtipp für unberührte Natur und Entschleunigung. Während andere Alpenregionen überlaufen sind, findest du im einzigen Nationalpark der Steiermark schroffe Gipfel und das tosende Wasser der Enns. Die Region hat eine lange historische Geschichte und gilt als „Universität des Bergsteigens“. Um die Jahrhundertwende war das Gesäuse der Treffpunkt für bekannte Alpinisten. Legändere Pioniere wie Heinrich Hess der 1877 das Hochtor bezwang, schrieben hier Alpingeschichte. Heute gibt es im Nationalpark bewusst keine Seilbahnen oder Massentourismus. Wer die Gipfel erreichen will, muss sie sich genau wie die vielen Bergsteiger vor 150 Jahren ehrlich erarbeiten.



Die Ennstaler Hütte ist mit ihrem Baujahr 1885 die älteste Schutzhütte im Gesäuse, und tront als Herzstück unter den bekannten sieben Hütten auf 1544 Metern Seehöhe in der Buchsteingruppe zwischen der Tiflimauer und dem Tamischbachturm. Sie versprüht den unwiederstehlichen Charme längst vergangener Alpinisten Tage – ohne dass man auf modernen Komfort verzichten muss.
Die Tour startet im Herzen des Nationalparks Gsattterboden. Direkt hinter dem Nationalpark Pavillion zieht sich der Pfad nach oben. Abwechslungsreich über breite Forstwege und schmale Baumwurzeln windet sich der Steig nach oben, bis sich nach einer guten Stunde eine saftige Almwiese auftut. Dort befindet sich die Kroisenalm, bei der man sich in Selbstbedienung mit Geldkasse eine erfrischende Schorle oder ein kühles Radler aus dem Brunnen nehmen darf.



Nachdem du gemütliche Almwiesen und schattige Wälder hinter dir gelassen hast, ändert sich der Charakter Richtung Gipfel abrubt. Das letzte Stück des Aufstiegs wird deutlich alpiner und steiler, daher ist Trittsicherheit und passendes Schuhwerk unumgänglich! Schritt für Schritt nähert sich dein Gipfelglück, oben angekommen lichtet sich der Wald und die Ennstaler Hütte heist dich nach rund 900 Höhenmetern Aufstieg willkommen. Wenn du dann oben auf der Terrasse stehst, weist du genau, wofür sich das schnüren der Wanderschuhe mal wieder gelohnt hat. Direkt gegenüber baut sich die schroffe Felswand der Hochtor – Gruppe auf, während sich auf der anderen Seite der Blick ins Ennstal eröffnet und dir in den späten Abendstunden einen traumhaften Sonnenuntergang beschert. Neben der klassischen Bergsteigerkost, ist die Küche vor allem für ihre vegetarischen und veganen Schmakerl bekannt. Besonders ans Herz legen, möchte ich euch ein unglaublich reichhaltiges Frühstück das mit viel Liebe nach einer Hüttenübernachtung in der Gaststube serviert wird. Dort gibt es vom Hüttenwirt selbst gebackenes Sauerteigbrot, wie ihr es im Tal beim Bäcker nur noch selten findet. Gut gestärkt geht es am nächsten Tag wieder Zurück ins Tal.






Wer das echte, urige Berggefühl ohne Luxus aus der Steckdose sucht, ist hier genau richtig und kommt an dem Besuch der Ennstaler Hütte im Gesäuse nicht vorbei.