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Mühlenwanderung

Mühlenweg im Tal der Roth

Wer heute entlang des kleinen Flusses Roth in Mittelfranken wandert, begibt sich auf eine Zeitreise, die bis ins 12. Jahrhundert zurück geht. Die Mühlendichte im Rother Land ist kein Zufall – vielmehr ist sie auf perfekt natürliche Bedingungen zurückzuführen.

Die Roth entspringt im regenreichen Vorland der Frankenalb. Dies bedeutete für die Müller der Region Verlässlichkeit. Während andere Flüsse im Sommer austrockneten, floss die Roth beständig weiter. Der Fluss verliert auf seinem Weg bis zur Mündung in die Donau stetig an Gefälle, was den Mühlen einen konstanten Wasserdruck lieferte und so sogar zur aufwändigen Metallverarbeitung genutzt werden konnte.

Das wohl eindrucksvollste historische Bauwerk entlang der 12 Kilometer langen Etappe von Roth nach Hilpoltstein ist der Eisenhammer in Eckersmühlen. Entlang eines reizvollen Wurzelpfads erblickt ihr auf halber Strecke die Gebäude des wasserbetriebenen Hammerwerks. Sofort fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt beim Anblick des malerisch gelegenen Anwesens mit Herrenhaus, eingebettet inmitten der fränkischen Natur.

Wer etwas Zeit mitbringt, sollte die Gelegenheit nutzen und für wirklich kleines Geld einen Blick ins Innere der Mühle werfen – es lohnt sich!

Kleiner Wermutstropfen: Nicht alle Mühlen sind zur Besichtigung zugänglich, teils sind sie in Privatbesitz oder werden heute anderweitig genutzt, wie zum Beispiel die Stephansmühle als medizinisches Pferdetherapiezentrum. Doch auch aus der Ferne wandert ihr auf den Spuren der ehemaligen Müller im Tal der Roth.

Als einfach begehbare Tagestour beginnt ihr am besten in Roth. Ein kleiner Bummel durch die malerischen Altstädte ist lohnenswert – sowohl früh morgens in Roth als auch am Nachmittag in Hilpoltstein.

Immer mittwochs findet auf dem fachwerkgesäumten Rother Marktplatz der Wochenmarkt statt und verwöhnt euch mit lokalen fränkischen Spezialitäten. Am späten Nachmittag laden einige Cafés und Eisdielen rund ums Rathaus in Hilpoltstein ein, die letzten Sonnenstrahlen zu genießen.

Da beide Städte ans Bahnnetz angeschlossen sind, ist diese Wanderung hervorragend geeignet, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Ihr folgt dabei im Verlauf der gesamten Strecke der blauen Wegmarkierung mit dem Mühlrad.