Pottenstein – abseits des Rummels
Pottenstein in der Fränkischen Schweiz ist wunderschön – theoretisch. Praktisch ist es für mich ein Paradebeispiel für schlechten Tourismus, bei dem die Natur nur noch zum Konsum vermarktet wird. Angefangen beim Parkplatz der überquillt weiter zur Sommerrodelbahn von der ausgehend in weiter Ferne Partymusik plärrt. Menschenmassen schieben sich in neuer Outdoorkleidung vorbei an Buden und Souvenirständen, um anschließend eines der riesigen Tretboote mit bunten Tierköpfen zu ergattern, das unverkennbar über den Schöngrundsee schwimmt. Kulinarisches Highlight hier : Schnitzel und Currywurst natürlich beides in „XXL“. Mit dem charmanten Flair der Fränkischen Schweiz hat das hier absolut nichts mehr zu tun. Nach meinem ersten Eindruck hatte ich an die Altstadt wirklich keine großen Erwartungen mehr – doch genau dort wurde ich absolut vom Gegenteil überrascht.




Wer seine Nerven schonen möchte, lässt die Erlebnismeile schnell hinter sich und spaziert Richtung Pottenstein zum Altstadtkern, durch den sich der kleine Fluss Püttlach zieht. Vorbei an historischen Mühlen, Kopfsteinpflaster und Fachwerkhäusern hinauf zur Bergwachthütte. Den Einstieg dafür findet ihr im Herzen der Altstadt. Über schmale Treppen und einen Steig durch den schattigen Wald erreicht ihr die kleine Hütte nach etwa 30 Minuten. Von hier aus habt ihr einen wirklich atemberaubenden Blick über die gesamte Stadt, inklusive der bekannten Burg Pottenstein im Hintergrund. Übrigens könnt ihr bei gehisster Fahne bereits von unten erkennen, ob die Hütte geöffnet ist.

Und wenn ihr dann Lust auf Kaffee und dazu ein Stück Kuchen habt, das so original wie bei Oma zuhause schmeckt, weil es auch wirklich selbstgebacken von Oma ist, seit ihr bei den Jungs von der Bergwacht genau richtig. Die Erlöse und zusätzlichen Spenden aus dem Verkauf der selbstgebackenen Kuchen sowie Getränke fließen direkt in die ehrenamtliche Arbeit und die Rettungsausrüstung der Bergwacht Pottenstein.




